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Fakultät für Biologie

Wenn nur eine Kerze steriles Arbeiten ermöglicht

19.05.2026

Abends in der Dunkelheit in einem Regenwald arbeiten, ist für Forschende aus der Tropenbiologie nichts Ungewöhnliches. Eine Kerze kann dabei nicht nur als Lichtquelle dienen.

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(Bild: Kim Lea Holzmann)

Ein Abend unter einer überdachten Holzplattform im peruanischen Regenwald: Eine Metallkiste dient als provisorischer Tisch. Darauf liegen eine Pinzette, eine Schere und eine kleine Wellplatte mit Vertiefungen, in denen Insektenbeine in einer Flüssigkeit schwimmen. Die einzige Lichtquelle ist eine Kerze auf der Kiste. Ansonsten ist es stockdunkel.

Für Dr. Kim Lea Holzmann hat so das Ende eines typischen Arbeitstages während ihrer Feldforschung in Peru ausgesehen. Sie forscht am Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie der Uni Würzburg. In den Jahren 2022 und 2023 arbeitete die Wissenschaftlerin als Teil eines Forschungsteams während mehrerer Aufenthalte in den Regenwäldern des südamerikanischen Staates.

Dort machte Holzmann eines Abends das Foto: Es zeigt Insektenbeine, eingelegt in Ethanol in der Wellplatte. Mit Hilfe der DNA konnte die Biologin später im Labor die genaue Art bestimmen. Die Tiere gingen den Forschenden tagsüber in die Bodenfallen, abends wurden sie konserviert. Um DNA-Kontaminationen zu verhindern, desinfizierte Kim Lea Holzmann Pinzette und Schere zwischendurch mit der Kerze – die einzige Möglichkeit im Regenwald steril zu arbeiten.

Während der Aufenthalte untersuchte das Team, wie sich der Klimawandel auf die Hitzetoleranz von Insekten auf unterschiedlichen Höhenlagen auswirkt. Das Ergebnis: Ein Großteil der vorhergesagten Temperaturen könnte die Hälfte der Insektengemeinschaft im Amazonas-Tiefland an ihr Hitzelimit bringen.

Mehr zur Studie

Mehr Informationen zu Dr. Kim Lea Holzmann und ihrer Forschung

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Von Martin Brandstätter

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