English
Fakultät für Biologie

Knauf-Preise für vier junge Forschende

12.05.2026

Erik Frank, Anton Freund, Mona Garvert und Christof Weiß erhalten die mit jeweils 50.000 Euro dotierten Baldwin und Inge Knauf-Förderpreise 2026 für exzellente Leistungen.

none
Anton Freund, Christof Weiß und Mona Garvert bekamen die Knauf-Preise vom Stifterehepaar Baldwin und Inge Knauf sowie von Vizepräsidentin Carolin Kisker und Präsident Paul Pauli überreicht. Auf dem Foto fehlt Preisträger Erik Frank. (Bild: Rudi Merkl / Universität Würzburg)

Erik Frank

Der Biologe Dr. Erik Frank bekommt den Baldwin und Inge Knauf-Förderpreis im Bereich Lebenswissenschaften und Medizin. Zur Preisverleihung beim Stiftungsfest konnte er nicht kommen, weil er unaufschiebbare Feldarbeiten in Spanien zu erledigen hatte.

Ausgezeichnet wurde er für seine herausragenden und international vielbeachteten Arbeiten zur Evolution der sozialen Wundversorgung bei Ameisen. Mit außergewöhnlicher wissenschaftlicher Kreativität verbindet Frank Ansätze aus Verhaltensökologie, Mikrobiologie und chemischer Ökologie zu einem originellen und hochinnovativen Forschungsprogramm.

Seine Arbeiten haben erstmals gezeigt, dass Ameisen verwundete Artgenossen nicht nur versorgen, sondern gezielt behandeln und sogar Gliedmaßen amputieren, um die Überlebenschancen zu erhöhen. Diese Erkenntnisse eröffnen neue Perspektiven auf die Mechanismen sozialer Immunität im Tierreich und gehen weit über die klassische Zoologie hinaus.

Erik Frank überzeugt durch eine beeindruckende Publikationsleistung in führenden internationalen Fachzeitschriften, eine hohe wissenschaftliche Dynamik sowie durch seine Fähigkeit, neue Kooperationen zu initiieren und Drittmittel einzuwerben. Zugleich ist er ein herausragender Wissenschaftskommunikator, der seine Forschung einem breiten Publikum zugänglich macht. Damit steht er exemplarisch für eine neue Generation von Forschenden, die exzellente Wissenschaft mit gesellschaftlicher Sichtbarkeit verbinden.

Anton Freund

Juniorprofessor Anton Freund erhielt den Baldwin und Inge Knauf-Förderpreis im Bereich Naturwissenschaften. Er wurde für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen in der mathematischen Logik ausgezeichnet. Als hochproduktiver und zugleich visionärer Forscher zählt er bereits jetzt zur europäischen Spitzengruppe seines Fachgebiets.

Seine Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von mathematischer Logik und theoretischer Informatik und leisten grundlegende Beiträge zu zentralen Fragestellungen dieser Disziplinen. Dabei zeichnet sich seine Forschung durch große Tiefe, konzeptionelle Klarheit und methodische Innovationskraft aus.

Mit einer außergewöhnlich hohen Zahl an Publikationen in führenden internationalen Fachzeitschriften sowie durch seine starke Präsenz auf renommierten Konferenzen und wissenschaftlichen Veranstaltungen hat sich Anton Freund früh eine hohe internationale Sichtbarkeit erarbeitet. Auch seine Einbindung in die Organisation bedeutender wissenschaftlicher Formate unterstreicht seine Anerkennung innerhalb der Fachgemeinschaft. Er verkörpert in besonderer Weise die Verbindung von analytischer Präzision und visionärem Denken, die wissenschaftlichen Fortschritt möglich macht.

Mona Garvert

Die Neurowissenschaftlerin Mona Garvert erhielt den Baldwin und Inge Knauf-Förderpreis im Bereich Gesellschaftswissenschaften. Die Juniorprofessorin wurde für ihre exzellente und international hochsichtbare Forschung an der Schnittstelle von kognitiven Neurowissenschaften, Psychologie und Medizin geehrt. In ihren Arbeiten untersucht sie die neuronalen Mechanismen des flexiblen Lernens und Entscheidens sowie deren Veränderungen bei psychischen Erkrankungen.

Ihr Forschungsansatz ist in besonderer Weise innovativ: Durch die Kombination hochauflösender bildgebender Verfahren mit mathematischen Modellen und Verhaltensexperimenten gelingt es ihr, komplexe kognitive Prozesse auf mehreren Ebenen zu analysieren und zu verstehen.

Die hohe Qualität und Relevanz ihrer Forschung spiegeln sich in einer beeindruckenden Publikationsleistung, starken Zitationszahlen sowie in der Einwerbung bedeutender Drittmittel wider – darunter ein ERC Starting Grant. In kurzer Zeit hat Mona Garvert ihre wissenschaftliche Unabhängigkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt und sich international hervorragend positioniert.

Darüber hinaus engagiert sie sich für die Förderung von Gleichstellung und wissenschaftlichem Nachwuchs. Ihre Arbeit steht exemplarisch für eine Forschung, die grundlegende Erkenntnisse mit hoher gesellschaftlicher Relevanz verbindet.

Christof Weiß

Der Musikforscher Christof Weiß erhielt den Baldwin und Inge Knauf-Förderpreis im Bereich Geisteswissenschaften. Der Professor wurde für seine herausragenden Leistungen in den Digital Humanities und der Computational Musicology geehrt. In seinem Forschungsprofil verbindet er auf einzigartige Weise musikalische Expertise mit Methoden der Informatik und schafft so neue Zugänge zur Analyse und zum Verständnis von Musik.

Seine Arbeiten zu maschinellen Lernverfahren zur Verarbeitung von Musikaufnahmen, zur Entwicklung spezialisierter Algorithmen sowie zu deren Anwendung in der computergestützten Musikforschung sind international sichtbar und methodisch wegweisend.

Mit einer beeindruckenden Zahl hochrangiger Publikationen hat er sich bereits früh als führende Stimme in einem hochspezialisierten und zugleich interdisziplinären Forschungsfeld etabliert.

Darüber hinaus engagiert sich Christof Weiß in besonderem Maße für den Dialog zwischen Disziplinen sowie für die Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte an eine breitere Öffentlichkeit. Seine Forschung steht exemplarisch für die produktive Verbindung von Technologie und Kultur und eröffnet neue Perspektiven für die Geisteswissenschaften im digitalen Zeitalter.

Von Präsidialbüro der Universität

Zurück