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    Fakultät für Biologie - Fachdidaktik Biologie

    Ausgewählte Heilpflanzen, deren Wirkung und Verarbeitungsmöglichkeiten

    Ausgewählte Heilpflanzen, deren Wirkung und Verarbeitungsmöglichkeiten im problemorientierten Heimat- und Sachunterricht der 3. Jahrgangsstufe

    Autorin: Lisa Büttner

    Betreuerin: Dr. Sabine Glaab

     

    Heilpflanzen – ein Thema das im Trend liegt und aktuell ist. So auch die Zielsetzung, bereits in der Grundschule für dieses Thema zu sensibilisieren und die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler zu wecken. Auch unter dem Aspekt der Gesundheitsförderung und der Gesundheitserziehung haben Arzneipflanzen durchaus ihren Stellenwert.

    Die Bezeichnung als Droge scheint zuerst etwas befremdlich, gerade deshalb Bedarf es hier einiger Klärung. Ist man sich erst einmal über die Bandbreite der verschiedensten Heilpflanzen bewusst, so wird auch deutlich, warum Heilpflanzen seit jeher gerne zum Einsatz kommen. Der Blick der Gesellschaft verändert sich: Schnelllebigkeit und gesundheitliche Beschwerden im Alltag lassen wieder aufhorchen. Achtsamkeit gegenüber dem eigenen Geist und Körper sind wichtiger geworden. Ebenso spielen Nachhaltigkeit und die Umwelt eine bedeutende Rolle im alltäglichen Leben vieler Menschen. Auch in diesem Zusammenhang wird die Bedeutung der Heilwirkung aus der Natur deutlich. Neben dem Nutzen, Krankheiten mit Heilpflanzen zu kurieren, dürfen auch die Gefahren und Grenzen der Arzneipflanzen nicht außer Acht gelassen werden.

    Die Heilpflanzen unterscheiden sich nicht nur im Aussehen aufgrund ihrer unterschiedlichen Blätter, Blüten und Früchte. Auch die Inhaltsstoffe sind verschieden. Durch diese wird wiederum der Wirkmechanismus bestimmt. Die Fachbegriffe der Wirkmechanismen werden zum besseren Verständnis zuerst im Glossar in alphabetischer Reihenfolge genauer erläutert. So kann die Wirkung der einzelnen Arzneidrogen besser nachvollzogen werden. Dies ist vor allem für die richtige Anwendung von Bedeutung. Diese unterscheidet sich in Verarbeitung und Zusammensetzung. Damit die Verwendung von Drogen zu medizinischen Zwecken den Schülerinnen und Schülern vermittelt werden kann, informiert die Sachanalyse darüber hinaus über generelle Möglichkeiten der Verarbeitung. Besonders im Vordergrund steht dabei jedoch die Behandlung von Erkältungskrankheiten und Hautkrankheiten. Dies begründet die Auswahl der folgenden Heilpflanzen: Salbei, Zwiebel, Thymian, Fenchel, Oregano, Spitz-Wegerich und Ringelblume. Honig wird für die Verarbeitung der Heilpflanzen zum Hustensaft empfohlen und deshalb genauer als Heilmittel beleuchtet.

    Auch didaktisch bietet die Thematik Heilpflanzen ein breites Spektrum an Möglichkeiten für den Unterricht. Nachdem das Augenmerk auf der Ausarbeitung von zwei Doppelstunden liegt, wird die Relevanz des Themas für Gesellschaft und für die Schülerinnen und Schüler in die Arbeit genauso mit eingebunden, wie auch eine konkrete Analyse des LehrplanPlus der Grundschule. Auch das Prinzip der didaktischen Reduktion, sowie reichliche Überlegungen hinsichtlich der Lehr- und Sozialformen werden dargestellt. Zwei vollständig ausgearbeitete Doppelstunden für die dritte Klasse sollen anregen, ermutigen und motivieren die Thematik im Unterricht aufzugreifen. Auch die gestalteten Materialien unterstreichen, dass es lohnenswert ist, an die Arbeit mit Heilpflanzen bereits in der Grundschule heranzuführen. Dabei bietet die erste Unterrichtseinheit den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, eine Auswahl an Heilpflanzen genau kennenzulernen. Dieses Wissen kann bei Interesse jederzeit weiter ausgebaut werden. Die zweite Unterrichtseinheit ist sehr interaktiv gestaltet und bietet der Klasse die Möglichkeit, erste Erfahrungen bei der Herstellung von Hustensaft und Wundheilsalbe aus Heilpflanzen zu sammeln. Um das Thema abzuschließen werden weitere Unterrichtsideen und eine Möglichkeit der Weiterentwicklung der beiden ausgearbeiteten Einheiten angeboten.