Deutsch
Didactics of biology

Bibermanagement

Didaktische Umsetzung - Bay. Bibermanagement Konzeption von Präsentationstafeln, Hans-on-Exponaten und dig. Unterrichtseinheiten - Biberlehrpfad im Wildpark Klaushof

Autorin: Kristina Kreß
Betreuer: Dr. Thomas Heyne

Fast 100 Jahre war Bayern um einen ökologisch äußerst wertvollen sowie anpassungsfähigen Urbewohner ärmer – den europäischen Biber alias Castor fiber. Sein Erzfeind – der Mensch? Dieser trägt unbestritten die Verantwortung für das Verschwinden des Bibers im 19. Jahrhundert, hat jedoch auch dessen Wiederansiedlung seit den 1960er Jahren initiiert. In den letzten Dekaden sind nunmehr an vielen Flüssen und Bächen in Bayern wieder Biberspuren zu entdecken, was auf die bemerkenswert rasche Ausbreitung des Bibers zurückzuführen ist. Diese ist allerdings nicht bei allen Bevölkerungsgruppen auf positive Resonanz gestoßen, kommt es doch immer wieder zu Interessenskonflikten zwischen Bibern und Landbesitzern. Aufgrund gehäufter Meldungen von Biberschäden in den 1990er Jahren wurde das Bayerische Bibermanagement ins Leben gerufen - ein gelungenes Projekt, das auf praxisorientierte Konfliktlösung und Vorbeugung setzt und durch seine aktive Öffentlichkeitsarbeit erheblich zur Erhöhung der Akzeptanz des Bibers in der Gesellschaft beigetragen hat.

Im Wildpark Klaushof in Bad Kissingen soll in den nächsten Jahren eine Biberlandschaft mit Gehege und  integriertem Lehrpfad entstehen, der unter anderem über die Morphologie, die Lebensweise, die Ökologie sowie das Zusammenleben von Biber und Mensch informiert. Der Lehrpfad verfolgt das Ziel einer ganzheitlichen Umweltbildungspädagogik. Im Rahmen dieses Vorhabens wurde in unserem Team (Marina Schmidt, Kristina Kreß) eine Wissenseinheit  zum Bayerischen Bibermanagement konzipiert.

Vordergründiges Ziel des Bibermanagement-Lehrpfades ist es, den Besuchern aufzeigen, dass nicht nur eine Ko-Existenz, sondern vielmehr ein gemeinsames Miteinander von Mensch und Biber in unserer Kulturlandschaft möglich ist, ja sogar selbstverständlich sein sollte. Überlässt man dem Biber Lebensraum, kann die Gesellschaft von dessen vielfältigen ökologischen Leistungspotential profitieren. Wie das Bayerische Bibermanagement dieses Leitziel zu verwirklichen versucht, wird den Besuchern über drei Ebenen des Lehrpfades vermittelt:  Die Präsentationstafeln (Ebene 1) informieren über die Relevanz des Projekts und geben einen Überblick über die verschiedenen Aufgabenbereiche. Über die Hands-on-Exponate (Ebene 2) können die Besucher ihr Wissen praktisch anwenden, indem sie in die Rolle des Bibermanagers schlüpfen. Die Prezi-Präsentationen (Ebene 3), die speziell für die Arbeit mit Schulklassen konzipiert worden sind, beleuchten einzelne Aspekte des Bibermanagements tiefgreifender.

Die Arbeit gliedert sich in einen fachwissenschaftlichen, einen fachdidaktischen sowie einen methodischen Teil. Im fachwissenschaftlichen Teil werden zunächst die Hintergründe erörtert, weshalb die Etablierung des Bayerischen Bibermanagements in unserer Gesellschaft notwendig ist: Der Biber steht durch seine Tätigkeiten im Spannungsfeld von Land-, Forst- sowie Fischereiwirtschaft auf der einen und Naturschutz auf der anderen Seite. Darüber hinaus werden die Entwicklung sowie die personelle Struktur des Bibermanagement-Projekts umrissen. Es wird beleuchtet, inwiefern es mit Hilfe der vier Säulen des Bayerischen Bibermanagements gelingt, Konflikte zu lösen und ein gutes Miteinander von Mensch und Biber zu ermöglichen. Im fachdidaktischen Teil wird dargelegt, was bei der Auswahl und bei der Verwendung von Bildern auf Präsentationstafeln zu beachten ist und inwieweit diese fachdidaktischen Empfehlungen in der Praxis umgesetzt worden sind. Im methodischen Teil werden  die Rahmensetzung des Projekts zur Entstehung eines Bibergeheges mit integriertem Biberlehrpfad im Wildpark Klaushof in Bad Kissingen dargelegt, die Lehrplanrelevanz des Lehrpfades erörtert, die Zielsetzungen der Arbeit formuliert und der methodisch-didaktische Aufbau der Konzeptbestandteile erläutert und begründet.<xml></xml>