Fakultät für Biologie - Fachdidaktik Biologie

Bits und Bytes statt Stift und Papier - ein Vergleich digitaler und analoger Lernmethoden

Bits und Bytes statt Stift und Papier - ein Vergleich digitaler und analoger Lernmethoden bei der Pflanzenbestimmung in der zweiten Jahrgangsstufe

Autorin: Anna-Lena Schirmer

Betreuerin: Dr. Sabine Glaab

 

In der vorliegenden Arbeit geht es um die Fragestellung, ob es einen unterschiedlichen Einfluss auf den Lernzuwachs bei Schülerinnen und Schülern gibt, je nachdem ob eine Vorgehensweise mit digitalen Medien (Tablets) oder mit analogen Medien (Strukturmodellen) bei der Unterrichtsgestaltung vorliegt.           
Um dieser Fragestellung nachzugehen, wurde zum Thema „Pflanzenbestimmung“ eine Unterrichtsstunde in einer Klasse analog und in einer anderen Klassen digital mittels einer Stationenarbeit aufbereitet. Bei dieser Stationenarbeit wurden vier Pflanzenarten und deren jeweilige Pflanzenfamilie betrachtet. Der Hauptfokus lag hier auf der Blütenform der Pflanzenarten.       
Beide Unterrichtsstunden wurden für die zweite Jahrgangsstufe konzipiert und in zwei zweiten Schulklassen an der gleichen Grundschule durchgeführt, sodass davon ausgegangen werden konnte, dass beide Klassen ähnliche Voraussetzungen (Vorwissen) aufgewiesen haben. Die digitale Aufbereitung der Unterrichtsstunde umfasste die Nutzung von Tablets innerhalb der Stationenarbeit. Die Schülerinnen und Schüler konnten mit Hilfe der App Keynote die in der Stationenarbeit vorliegenden Pflanzenarten mit einem von mir erstellten dichotomen Bestimmungsschlüssel bestimmen. Ihre Ergebnisse konnten sie in einem digital vorhandenen und selbst erstellten Forscherheft innerhalb der App Pages eintragen.
In der Parallelklasse, in welcher der analog aufbereitete Unterricht gehalten wurde, konnten die Schülerinnen und Schüler statt mit Tablets mit Strukturmodellen der jeweiligen Pflanzenart arbeiten. Auch sie nutzten zum Eintragen ihrer Ergebnisse ein selbst erstelltes Forscherheft, welches jedoch in Papierform vorlag.      
Mittels eines Vortest-Nachtest-Designs konnte der Wissenszuwachs der beiden Klassen gemessen werden. Die Testergebnisse haben gezeigt, dass es beim Lernzuwachs der beiden Klassen keinen nennenswerten Unterschied gab, unabhängig davon, ob die Unterrichtsstunde mit digitalen oder analogen Medien durchgeführt wurde. Die Klasse, in der eine digitale Unterrichtsgestaltung vorlag, steigerte sich von 43,3 % der zu erreichenden Punktzahl im Vortest auf 70 % im Nachtest. Die Klasse, in der eine analoge Unterrichtsgestaltung vorlag, erreichte im Vortest 48,6 % der zu erreichenden Punkte im Vortest und steigerte sich auf 71,9 % im Nachtest.             
           
In der vorliegenden Arbeit werden nach einer kurzen Einleitung zunächst die theoretischen Hintergründe zur Digitalisierung und zur Stationenarbeit erläutert. Im Anschluss erfolgt für die beiden Unterrichtsstunden sowohl eine Sachanalyse als auch eine ausführliche didaktische Analyse. Die Materialien und Methoden werden beschrieben und die Ergebnisse des Vor- und Nachtests im Detail vorgestellt und diskutiert.